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  • Sven Jakobsen

Neue Biervielfalt in Deutschland


Deutschland hat im internationalen Vergleich eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Brauereien, ohne beim Bierausstoß eine führende Rolle auf dem Weltmarkt zu spielen. Branchenkenner gehen für das laufende Jahr von einer weiter steigenden Gesamtzahl der Betriebe aus und schätzen, dass gegen 7.000 Biermarken präsent sein werden. Diese Entwicklung vollzieht sich regional unterschiedlich. Im Norden der Bundesrepublik ist Hamburg eindeutiger Profiteur der Entwicklung, wo schon jetzt mehrere Braustätten hinzugekommen sind, ohne dass Betriebe geschlossen wurden. Weitere regionale Schwerpunkte dieser Entwicklung liegen vor allem in Berlin und in den traditionellen Braustandorten im Süden der Republik.

Privatbrauereien, die regional verankert sind und in handwerklichem Maßstab und großer Vielfalt produzieren, können aufgrund ihrer Marktnähe hochwertige Biere anbieten, die für den schnellen Verbrauch konzipiert sind. Diese Biere werden weniger gefiltert als industriell erzeugte Massenbiere, die aufgrund langer Absatzwege mehrere Monate nach Herstellung trinkbar sein müssen. Nicht nur deshalb werden sie als geschmacksintensiver wahrgenommen. Die sorgfältige Auswahl der eingesetzten Rohstoffe und der individuellen Rezepturen sorgen für vielfältige eigenständige Geschmacksprofile mit teils kräftigen Aromen. Auf dieser Basis werden hierzulande traditionelle in- und ausländische sowie kreative Bierstile gepflegt.


Das Blockbräu in Hamburg

Die Pflege der allermeisten Bierstile erfolgt unter dem deutschen Reinheitsgebot. Ausnahmen sind außer in Baden-Württemberg und Bayern auf Antrag zum "Brauen besonderer Biere", s. § 9 BierStG möglich und werden in aller Regel genehmigt. Vor diesem Hintergrund hat sich in Deutschland, wie in einigen europäischen Staaten eine alternative Bierbrauerszene entwickelt, die kreativ und experimentierfreudig tätig ist. Die kleinen Brauereien bringen ihre Produkte als "Craft Bier" in Umlauf, wobei der Begriff als Wortmarke nicht geschützt ist. Sie greifen traditionelle Bierstile aus dem In- und Ausland auf, die sie einer Neuinterpretation unterziehen. So steigern die Biere IPA, Pale Ale, Porter und Amber Ale die Biervielfalt in Hamburg. Hamburger Bier ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen gefragt. IPA Bier kürzt den Namen der Biersorte India Pale Ale ab. Das Bier ist ein Topseller in der Craft-Beer-Szene. Das Bier wurde im 19. Jahrhundert in England für den Export nach Indien gebraut. Aus Konservierungsgründen wurde seit jeher ein extrem hopfenbetonter Stil gebraut. Das Craft Bier ist kraftvoll im Geschmack und variantenreich in seiner Aromenpalette. Pale Ale ist in der Craft-Beer-Szene ebenfalls sehr gefragt. Es hat seine Ursprünge vermutlich im 18. Jahrhundert in England. Es ist ein helles hopfenbetontes Craft Bier mit blumigen Fruchtaromen. Es ist weniger bitter als IPA.


Das ASTRA BRAUHAUS auf der Reeperbahn

Porter ist ein Bierstil, der ebenfalls im 18. Jahrhundert in England entwickelt wurde. Er wird mit Röstmalzen gebraut. Porter ist ein dunkles Craft Bier mit karamellligen, süßlichen Aromen. Amber Ale ist ein junger amerikanischer Bierstil. Craft Bier ist malzbetont, wobei der Hopfenaromatik bestehen bleibt. Wer sich einen Überblick über das Hamburger Bier verschaffen möchte, wird im Blockbräu, dem Rathsherrn (Altes Mädchen), dem Überquell, der Astra St. Pauli Brauerei und der Gröninger Privatbrauerei gut beraten. Ein umfassender Einblick über das Hamburger Bier wird dort geboten.

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